Wie Resident Advisor heute berichtet, geht das Londoner Clubbing Imperium Ministry of Sound offenbar gezielt gegen mutmaßliche Filesharer vor. So sollen User, die geschützte Musikstücke nach Ansicht des Labels illegal heruntergeladen haben einen Ausgleich bezahlen und bekommen folgendes Ultimatum gestellt: entweder werden 350 - 375 Britische Pfund fällig (etwa 414 - 443 Euro), oder die Sache soll vor Gericht verhandelt werden. Der Prozessanwalt Gallant Macmillan hat nach eigenen Angaben allein in der vergangenen Woche 2.000 solcher Vergleiche versendet.
Ministry of Sound äußert sich in einer Pressemitteilung wie folgt: "In einer für die Musikindustrie schwierigen Zeit - mit Piraterie, die das langfristige Überleben des Business ernsthaft in Gefahr bringt - ist es wichtig, dass die Rechteinhaber ihre und die Rechte ihrer Künstler beschützen. Wir halten es für notwendig, jetzt aktiv zu werden um die aktuelle Entwicklung zu stoppen und sicherzustellen, dass wir weiterhin für viele Jahre in Talente investieren können."
Neben Zweifeln, ob Ministry of Sound in Einzelfällen tatsächlich ein Gerichtsverfahren anstreben würde, wird der Vorstoß des Labels kontrovers betrachtet. So sagte The British Phonographic Industry (BPI) - ein Fachverband, der Musiker und Labels vor Copyrightverstößen beschützen soll - der Zeitschrift The Guardian, dass sie diese Methoden nicht unterstützt. Die BPI gab außerdem an, solche Repressalien sollten "nur gewählt werden, für unbelehrbare und besonders schwere Straftäter und nicht als erste Maßnahme." Ministry of Sound weist dagegen in der vorliegenden Pressemitteilung unter anderem darauf hin, dass solche Präzedenzfälle in Deutschland bereits einen tief greifenden Einfluss auf den Rückgang illegaler Musik-Downloads bedeutet haben sollen.




Wie Resident Advisor heute



