David Keith Lynch (* 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, USA) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Maler.
Die Filmkunst David Lynchs
Die Arbeit David Lynchs zeigt Herangehensweisen, die aus der bildenden Kunst bekannt sind. Die Filme werden durch thematische und motivische Stilmittel zu einem großen Ganzen zusammengebunden.
Thematisch greift Lynch auf die Gegebenheiten seiner Kindheit in den fünfziger Jahren und die großen Erfahrungen in der Mitte der US-amerikanischen Gesellschaft zurück. Themen sind: der Mittelstand, die Geborgenheit der Kleinstadt, die Musik, die Familie - und deren dunkle Kehrseite: unterdrückte Gewalt und Sexualität, das Unbewusste, das Irrationale, das Verschwiegene. Das Werk formt aus dem Banalen den Horror, es lässt Gewalt in Komik umschlagen, macht aus Mystischem Alltägliches, es ergänzt Pathos mit überlangen Ausführungen, mischt Improvisiertes mit Zufälligem. Die Paradoxie und die unaufgelöste Metapher sind bei Lynch charakteristisch.
Auf der Motivebene tauchen das Feuer, die Hütte als Ort des Guten oder des Bösen, die Straße als Weg des Schicksals, die Farbe Rot, die verborgene Kammer, seltsame Mittler aus einer anderen Welt, entstellte Gestalten, der Blick zum Sternenzelt, unzählige anglo-amerikanische Alltagmythen und vieles mehr auf.
Dadurch ergibt sich der „Sinn“ eines einzelnen Films vor allem im Zusammenspiel mit den anderen Filmen, als Teil einer übergeordneten Struktur, weniger als durch logische Erklärungen und rationale Auflösungen.
Der Soundtrack ist ein Rückgriff auf die Popkultur, in der sich der Sound der Nachkriegsjahre mit den Songs der Gegenwart abwechselt.
Besonderes zu David Lynch
Lynch hat seit einigen Jahren einen Lehrauftrag an der European Graduate School in Saas-Fee inne. Lynch arbeitet viel mit Angelo Badalamenti zusammen, der die Musik zu vielen seiner Filme schrieb. Des Weiteren komponiert Lynch selbst Musik für seine Filme.
Lange Jahre lebte und arbeitete Lynch, der in den 1980er Jahren kurzzeitig mit Isabella Rossellini, der Tochter Ingrid Bergmanns und Roberto Rossellinis, liiert war, mit Mary Sweeney, der Mutter seines inzwischen 14-jährigen Sohnes zusammen. Im Mai 2006 gaben sich die beiden das Jawort, aber nach nur fünf Wochen reichte Lynch die Scheidung wegen 'unüberbrückbarer Differenzen' ein. "Sie wollte heiraten, sie hat geheiratet, ich wollte das nicht – so hat jeder von uns seinen Willen erfüllt bekommen" lautete Lynchs kurzer Kommentar zur Trennung.
Starregisseur Stanley Kubrick erwarb eine Kino-Kopie von Lynchs Eraserhead, die er gelegentlich in seinem Haus bei London Gästen vorführte, wobei Kubrick erklärte, Eraserhead sei der einzige Film eines anderen Regisseurs, bei dem er selbst gerne Regie geführt hätte.
Filmografie
1967: Six Men Getting Sick (Kurzfilm)
1968: The Alphabet (Kurzfilm)
1970: The Grandmother (Kurzfilm)
1974: The Amputee (Kurzfilm)
1976: Eraserhead
1980: Der Elefantenmensch (The Elephant Man)
1984: Dune - Der Wüstenplanet (Dune)
1986: Blue Velvet
1989: The Cowboy and the Frenchman (Episodenfilm aus: Les Français vus par…)
1990: Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (Wild at Heart)
1990: Industrial Symphony No. 1 - The Dream of the Brokenhearted (TV)
1992: Twin Peaks – Der Film (Twin Peaks: Fire Walk with Me)
1995: Lumière et Compagnie (Kurzfilm)
1996: Lost Highway
1999: Eine wahre Geschichte – The Straight Story (The Straight Story)
2001: Mulholland Drive – Straße der Finsternis (Mulholland Drive)
2002: The Short Films of David Lynch
2006: Inland Empire
sowie einige TV Produktionen, Kurzfilme und Werbespots (u.a. Twin Peaks)





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